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Katalysatorin für Bewusstseinsprozesse

Lost
in
Complexity

Unsere Welt wird immer komplexer...

Alles verändert sich.
Alles wird schneller.
Alles wird undurchsichtiger.

Es fühlt sich nach Krise an.

Das Leben anders denken.

Die alten Autobahnen gibt es nicht mehr.

Anders steuern.

Abseits der bekannten Wege im Netzwerk der Möglichkeiten navigieren.

Wegfinder werden.

Wie den Weg finden in unsicherem Gelände?

Wenn nicht nutzloses Zeug Deinen Geist verwirrt, hast Du die besten Tage Deines Lebens!
Wúmén guān / Mumonkan #19 (China, 13. Jahrhundert)

Komplexere Welt

Überall scheint die Komplexität überhand zu nehmen.

Du merkst das in Deinem Job.
Deinem Projekt.
Deinem eigenen Unternehmen.

In Deinem Privatleben.
Deinen Vorstellungen von Liebe, Sex und Familie.
Den Fragen des Zusammenlebens.

Genau genommen ist es nicht die Welt, die komplexer wird.

Leben funktioniert noch immer genauso.
Und die Gesetze der Natur haben sich nicht geändert.

Unser Denken trifft auf eine größere Anzahl äußerer Einflüsse.
Und Wege sind weniger festgelegt.

Alles ist weniger eindeutig.
Unsere Wahrnehmung ist also mehr Eindrücken ausgesetzt.
Und sie zu bewerten, ist schwieriger geworden.

Wissen ist besser verfügbar.
Wissensgebiete vernetzen sich.

Ereignisse in entfernten Regionen rücken nah.
Unsere Netzwerke umspannen die Welt.

Die politische Bühne verschiebt sich.
Es gibt neue Mitspieler auf dem globalen Markt.

Die Erinnerungen an Zeiten, in denen alles einfacher schien, sind noch da.

Die Selbstverständlichkeit solcher Verkürzungen ist zusammengebrochen.

Die Muster verfehlter Politik werden offenbar.

Warte nicht darauf, dass diese Krise vorbeizieht.

Das wird nicht geschehen.
Das gibt sich so schnell nicht wieder. Wir leben an der Schwelle zu einer neuen Zeit.

Das heißt:
Uns auf das Wesentliche besinnen. Neu Denken: Was ist für uns das Entscheidende?

Verstehen worum es wirklich geht. Tiefer schauen. Uns verlorenes Territorium zurück holen.

Der Charakter der Krise

Unternehmen lassen sich nicht mehr managen wie früher. Prozesse versagen.

Neue Methoden sollen alles flexibler machen. Und werden oft schnell wieder ad acta gelegt.

Alles verändert sich schneller, als es möglich ist, Neues zu etablieren.

Management allein reicht nicht.

Im Privatleben fehlt die Struktur.

Geschönte Welten werden zum Hohn.

Alte Rollenbilder tragen nicht mehr. Und alt sind auch die, an die man sich inzwischen gewöhnt hat.

Alles ist verhandelbar. Aber wie das geht, haben wir nicht in der Schule gelernt.

Es gibt mehr Abzweigungen. Ein größeres Netz. Mehr Möglichkeiten.

Eine Menge Freiheit. Ist das nicht das, was wir uns wünschen? Doch ohne Überblick und ohne Kriterien dafür, wie man sich zurechtfinden soll, wirkt es wie undifferenziertes Chaos.

Es fühlt sich nach Krise an.

Das altgriechische Wort "Krisis" bedeutet sowohl Krise als auch Chance. Wertneutral.

"In der Krise liegt die Chance" haben wir 100mal gehört. Meist wenn unter dem Vorwand positiven Denkens. Die Krise wird ignoriert und ein positives Ergebnis herbeigeredet. Funktioniert notorisch nicht.

Die Change liegt in der Krise, nicht als Alternative daneben. Das ist ein Missverständnis.

Beidem liegt derselbe Ursprung zugrunde: Erosion oder Abbruch einer bisher gültigen Denkweise oder Ordnung.

Das führt zu Verunsicherung und fehlender Orientierung.

Kollektive Erinnerung geht normalerweise maximal so weit zurück wie die Kindheit der Großeltern-Generation, die davon erzählen kann.

Betreibt man aber redliche Geschichtsforschung, dann war keineswegs alles immer schon so, wie wir denken, dass es "früher" war.

Es gibt viele Errungenschaften in unserer Zeit, die niemand missen möchte.

Doch ist alles, was wir erreicht haben, unwandelbar bis in Ewigkeit? Oder auch nur in allen Fällen die beste Lösung?

Nichts war jemals "alternativlos".

Die Illusion "ewiger Gegenwart" konnten wir uns leisten durch das "Wirtschaftswunder" nach WW2. Und den Zusammenbruch der "sozialistischen" Staaten ab 1989.

Paar Schräubchen drehen - alles ist wieder stabil?

Nein.

Fesche Dirndl und Lederhosen. Schützenverein.
Weißwurst. Grill-Hendl. Schweinsbraten.
Gmiatlichkeit. Biergarten-Kultur. Bierzelt-Blasn.

Jepp. Nichts war "immer schon" so.
Wird besser.

Wohnquartiere. Pünktlichkeit. Rentenalter. Urlaub.
Hausfrau. Kleinfamilie. Teenager. Kinderzimmer.
Intimsphäre. Romantische Beziehung.

Parteidisziplin. Allgemeines Wahlrecht.
Nationalstaat. Grenzkontrolle. Menschenrechte.
Bürokratie. Gesundheitssystem. Müllabfuhr.

Kapitalgesellschaft. Beschränkte Haftung.
Girokonto. Lohn-Angestellte. Management.
Bedarf schaffen. Shareholder Value.

Nichts davon ist älter als das 19. Jahrhundert.

Flächendeckend durchgesetzt als Standard hat sich das meiste seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Oder später.

Krise ist Zerstörung als auch Neuschaffen.

Das einzige, was wir als kollektive Krise kennen, sind Ölkrisen.

Die Welt hat sich längt weitergedreht.
Unsere Argumente stammen aus der Vergangenheit.
Unsere Modelle. Unsere Prophetien. Unsere Theorien.

Und was jetzt?

Komplexität ist der Normalfall.

Auch wenn wir versuchen, Veränderungsprozesse zu kontrollieren - wir haben nicht alles in der Hand. Veränderung passiert, ohne dass wir es willentlich in Gang setzen. Die Welt verändert sich, ob wir wollen oder nicht. Wir reagieren darauf oder enden im Zerwürfnis mit den Gegebenheiten.

Lost in Complexity.

Glaubst Du ernsthaft, unsere Zeit ist der Weisheit letzter Schluss?

Wenn es in Erdbebengebieten lange keine größeren Erdbeben gibt, wiegen Menschen sich in Sicherheit. Obwohl gerade dann die Gefahr wächst, dass das nächste gewaltige Ausmaße hat. 

Das gilt nicht nur für Erdbeben. Das gilt für jede Art von temporärer Stabilität in einem instabilen Territorium.

Nur dass wir bei menschengemachten Gebilden eigentlich in der Hand haben, durch freiwillige Veränderung den großen Knall zu verhindern.

Anzahl der Möglichkeiten + Klarheit der Bewertungskriterien
Es sind diese beiden Elemente, die ausmachen, wie gut wir wissen, wo's lang geht.

Was uns helfen wird: Klar zu sehen.
Zusammenhänge zu erkennen.
Ein größeres Bild. Abstand nehmen. Neu hinschauen.

Aber wo anfangen?

Nicht das Leben ist komplexer, sondern unsere Wahrnehmung davon.

Sie ist realistischer geworden.

Es gilt, sich in  unsicherem Gelände zu bewegen.

KI kann vieles. Was sie nicht kann, ist Dir sagen, was Du willst.

Etablierte Prozesse werden von KI unterstützt. Oder ganz übernommen. Bis hin zum Weiterentwickeln der Prozesse selbst. Aber was die KI tun soll, kann keine KI Dir sagen.

Die technische Entwicklung wird Sprünge nach vorn machen. Große Sprünge. 

Wie wir leben wollen, ist eine ganz andere Frage.

Im Privatleben fehlt die Struktur.

Alte Rollenbilder tragen nicht mehr. Und alt sind auch die, an die man sich inzwischen gewöhnt hat.

Alles ist verhandelbar. Aber wie das geht, haben wir nicht in der Schule gelernt.